
Nach dem Fall der Mauer wurde das öffentliche Bild vom Leben in der DDR und der Nachwendezeit von zahlreichen Spielfilmen und Serien geprägt, die bis heute wirkmächtig sind. Die komplexe und widersprüchliche Lebenswirklichkeit wird dabei häufig verengt dargestellt oder auf bestimmte Themen und Genres reduziert. Dazu zählt etwa die Fokussierung auf die Staatssicherheit („Das Leben der Anderen“), dramatische Fluchtgeschichten („Ballon“), Familiendramen (wie die TV-Serie „Weißensee) oder Komödien („Sonnenallee“ oder „Good Bye, Lenin!“). Viele der genannten Filme werden gern in der Schule eingesetzt, um Schülerinnen und Schülern von heute möglichst anschaulich zu vermitteln, „wie das Leben in der DDR wirklich war“. Der Einsatz der Filme setzt jedoch eine kritische Reflexion der darin vermittelten Bilder vom Alltag in der DDR und vom Aufwachsen „im Osten“ voraus.
Die ganztägige Fortbildung bietet hierfür eine Grundlage und ermöglicht – auf Basis von Filmausschnitten und Fallbeispielen – die gemeinsame Entwicklung von Methoden, um Klischees zu hinterfragen und mit anderen filmischen Quellen (u.a. aus der DDR) abzugleichen. Die Fortbildung ist modular aufgebaut und kann an die individuellen Lehrpläne in einzelnen Bundesländern angepasst werden. Sie beinhaltet neben dem Fokus auf Stereotype über „den Osten“ auch eine Reflexion über filmische Klischees über „den Westen“ und einen praktischen Infoblock zum generellen Einsatz von Film im Unterricht.
Fächer: Geschichte, Deutsch, Religion, Gesellschaftslehre, Kunst, Musik
Zielgruppe: Lehrkräfte für Sek I/II.
Konzept: Luc-Carolin Ziemann Filmvermittlerin und freie Kuratorin, Autorin von Filmheften und Begleitmaterialien, Mitglied Auswahlkommission DOK Leipzig, Referentin in der Fortbildung für Pädagoginnen und Multiplikatorinnen.
Andreas Kötzing Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung in Dresden, forscht und publiziert zur Kultur- und Mediengeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts.
Termin und Ort in Kürze!

In dem Atelier wird es darum gehen, zunächst ein differenziertes eigenes Verständnis des Films aufzubauen und dies als Grundlage für eine didaktisch anregende und wirksame Behandlung des Films im Unterricht zu nutzen.
Gelegenheit zur Teilnahme an den Fortbildungen gibt es am 27. August in Göttingen, am 28. August in Lüneburg, am 9. September in Hannover und am 10. September in Oldenburg.
In dem Atelier wird es darum gehen, zunächst ein differenziertes eigenes Verständnis des Films aufzubauen und dies als Grundlage für eine didaktisch anregende und wirksame Behandlung des Films im Unterricht zu nutzen.
TWIST A BAMAKO ist ein Spielfilm von Robert Guédiguian, des renommierten französischen Regisseurs, Sohn einer deutschen Mutter und eines armenischen Vaters, dessen „Kino der kleinen Leute“ immer wieder Fragen von ungeheurer sozialer Brisanz aufwirft. Mit TWIST A BAMAKO verlässt Guédiguian seine Heimat Marseille und spürt im Mali der 1960-er Jahr, in den Unruhen der Unabhängigkeitsbewegung, einen universellen Konflikt vom Streben nach Freiheit und unüberwindbarer, etablierter Unfreiheit auf. TWIST A BAMAKO verknüpft geschickt die Geschichte der (unmöglichen) Liebe von Samba und Lara mit den Geschicken eines Landes im Umbruch, zwischen den Verheißungen der Revolution, den Interessen der (neuen) Machthaber und den Lasten der Tradition.
Für die ertragreiche Teilnahme an dem Atelier ist eine vorherige Sichtung des gesamten Films unbedingt zu empfehlen!
Der Film ist in der Niedersächsischen MERLIN-Mediathek unter dem Titel „Mali Twist“ im Original sowie im Original mit frz oder dt. Untertiteln verfügbar (Signatur: 55507080).
Die Zugangsdaten (Benutzername und Passwort) zur Merlin-Mediathek erhalten Sie in Ihrer Schule bei der Schulleitung.
Zielsetzung: Vorbereitung des verbindlichen Themas „La France et la francophonie/La francophonie“ (ZA 2026/ZA 2027) des Zentralabiturs
Die Teilnehmenden bauen ein differenziertes eigenes Verständnis des Films TWIST À BAMAKO auf und nutzen dies als Grundlage für eine didaktisch anregende und wirksame Behandlung im Unterricht.
Göttingen • 27. August 2025 • 15–17:30 Uhr
Ort: Georg-August-Universität Gättingen, Waldweg 26, 0.705
Referent: Johannes Wilts
VA-Nummer: KGÖ.NLF25.35.05
Französischlehrkräfte der Sek II mit Kurs auf grundlegendem oder erhöhtem Niveau
Georg-August-Universität Göttingen – Netzwerk Lehrkräftefortbildung
in Zusammenarbeit mit den SchulKinoWochen Niedersachsen
Lüneburg • 28. August 2025 • 15–17:30 Uhr
Ort: Johanneum Lüneburg
Referent: Johannes Wilts
VA-Nummer: KLG.3525.189
Französischlehrkräfte der SEK II, mit Kurs auf grundlegendem oder erhöhtem Niveau
Kompetenzzentrum für Lehrkräftefortbildung an der Leuphana Universität Lüneburg,
in Zusammenarbeit mit den SchulKinoWochen Niedersachsen
Hannover • 9. September 2025 • 15–18 Uhr
Ort: Kurt Schwitters Gymnasium Referent: Johannes Wilts
VA-Nummer: KH.2537.F25
Französischlehrkräfte der SEK II, mit Kurs auf grundlegendem oder erhöhtem Niveau, RLSB Hannover
Kompetenzzentrum Universität Hannover – uniplus Lehrkräftefortbildung
in Zusammenarbeit mit den SchulKinoWochen Niedersachsen
Oldenburg • 10. September 2025 • 15–18 Uhr
Ort: Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Campus Haarentor, Gebäude A01, Uhlhornsweg 84, 26129 Oldenburg
Referent: Johannes Wilts
VA-Nummer: KOL.2537.06
Lehrkräfte Sek II Französisch
OFZ – Kompetenzzentrum für regionale Lehrkräftefortbildung der Universität Oldenburg
in Zusammenarbeit mit den SchulKinoWochen Niedersachsen