Erika Mann chauffiert ihren berühmten Vater Thomas auf seiner ersten Reise nach seiner Emigration durch ein Deutschland in Trümmern – von Frankfurt in der amerikanischen Besatzungszone bis ins sowjetisch kontrollierte Weimar. Zum Goethe-Jubiläum wünscht man sich auf beiden Seiten der feindlichen innerdeutschen Grenze Worte des Trostes, der Zustimmung und der Vergebung vom verehrten Dichter. Der kann zumindest seiner Haltung offiziell sprachmächtig treu bleiben, schottet sich aber ab von seinen Gefühlen zum Suizid des Sohnes Klaus und seiner eigenen Heimatlosigkeit. Von euphorischen Wagner-Erben und literarisch versierten Generälen, aber auch winkenden Bürger*innen wird Thomas Mann hofiert und manchmal auch beschimpft, während das Drama seiner eigenen Familie nach Sprachlosigkeit und kühler Disziplin eskaliert. Die Tochter konfrontiert den Vater mit Schuld und Schrecken, verzweifelt und authentisch in ihrem eigenen Schmerz um den geliebten Bruder.
Themen
Deutschland nach 1945 | Ost/West-Teilung | Faschismus | Emigration | Heimat | Schuld | Vergessen und Traumata; Literatur Thomas Manns und seine Goethe-Verehrung | Kunst | Identität | Familie; historische Realität vs. künstlerische Freiheit | Film als politisches Gesamtkunstwerk
Schulfächer
Geschichte | Deutsch | Englisch | Politik | Musik | Kunst | Philosophie